Clickertraining Leckerlis für Katze

Clickertraining für Katzen, Anleitung zu den Übungen auch für Anfänger

Du hast schon von Clickertraining für Katzen gehört und möchtest genauer wissen, wie Du Deiner Katze Tricks beibringen kannst? Hier findest Du Tipps und Anleitungen für das Clickertraining mit Deiner Katze und Du kannst sogar als Anfänger direkt anhand der vorgestellten Tricks mit einer ersten Clickerübung starten. Zudem erfährst Du, warum es sinnvoll ist, Clickertraining mit Katzen durchzuführen und worauf Du bei den Übungen achten solltest.

 

Warum Du mit dem Clickertraining für Katzen starten solltest

Clickertraining hat viele Vorteile. Du lastest Deine Mieze geistig und körperlich aus und steigerst durch Erfolgserlebnisse ihr Selbstbewusstsein. Durch Clickertraining kannst Du einen Tierarztbesuch stress- und angstfrei gestalten, ein bestimmtes Verhalten positiv verstärken oder die Beziehung zwischen Katzen verbessern. Deine Katze wird also nicht nur beschäftigt, sondern wir können sie „erziehen“ oder ihr die Angst vor etwas nehmen. Beim Clickern arbeiten wir nur mit positiven Reizen und ohne Strafen. Und das Beste: Man kann mit jeder Katze in jedem Alter mit dem Clickertraining beginnen! Das Wichtigste ist, dass es euch Spaß macht.

Was Du für das Clickertraining mit Deiner Katze benötigst

Für das Clickertraining benötigst Du einen Clicker und Leckerlis sowie Geduld und Einfühlvermögen. Jede Katze hat ein unterschiedliches Lerntempo, d.h. jeder Trick klappt also nicht auf Anhieb. Damit Deine Katze Spaß am clickern hat, ist es wichtig, die Übung schrittweise aufzubauen und jeden richtigen Schritt zu belohnen. Durch den Click und die Belohnungen versteht Dein Samtpfötchen, was Du von ihr möchtest.

Die Bedeutung der Konditionierung

Um Spaß und Erfolg beim Clickertraining zu haben, muss der Clicker erst konditioniert werden. Wenn Du nur clickst, ohne eine Belohnung zu geben, versteht Deine Katze nicht, was Du von ihr möchtest. Sie sieht keinen Mehrwert darin und kann das Clickgeräusch nicht verbinden. Erst durch Click und direkte Belohnung im Anschluss verknüpft Deine Katze im Gehirn, dass das Clickgeräusch etwas Positives ist und sie ein Leckerli bekommt. Es ist also etwas Tolles für Deine Samtpfote passiert und sie wird zukünftig genau auf das Clickgeräusch hören.

Worauf Du achten solltest

Pfotegeben beim Katzen mit Clickertraining
  • Beim Clickertraining ist das richtige Timing sehr wichtig. Du hast eine halbe Sekunde Zeit, um das gezeigte Verhalten Deiner Samtpfote zu belohnen, Du musst also sehr schnell reagieren. Clickst Du später, wird es Deine Katze mit dem Folgeverhalten verknüpfen. Beim Clickern ist also auch Deine Konzentration und Reaktion gefragt.
  • Bleibe geduldig. Nicht jeder Trick klappt sofort. Deine Katze muss erst lernen, was Du von ihr willst. Wenn ein Trick auch nach längerer Zeit nicht klappt, dann übe eine Zeitlang etwas anderes mit ihr. Manchmal braucht es eine Pause, damit es danach im Kopf „Click“ macht.
  • Versuche doch einmal, das Clickertraining aus Sicht Deiner Katze zu sehen. Verstehst Du selbst, was Du gerade von ihr möchtest oder solltest Du nochmal einen Schritt in der Übung zurückgehen? Als Tipp ist es immer empfehlenswert, einen schwierigen Clickertrick vorher mit dem Partner oder einem Freund zu probieren. So kannst Du Feedback erhalten und verstehen, was eventuell nicht verständlich für Deinen Stubentiger ist.
  • Wiederhole regelmäßig die schon einstudierten Tricks. So bleiben die Clickerübungen im Gedächtnis und werden nicht verlernt. Zudem gönnst Du Deiner Samtpfote Erfolgserlebnisse, wenn Du zwischendurch die erlernten Übungen abfragst. Deine Katze wird dadurch weiterhin Spaß am Clickertraining haben.

  • Hat Deine Katze einen Trick ganz besonders toll ausgeführt oder einen schwierigen Trick richtig gezeigt, dann belohne sie mit einem Jackpot. Ein Jackpot ist mehrere Leckerlis auf einmal, statt eins gibst Du ihr dann drei. So versteht sie, dass sie etwas besonders gut oder richtig gemacht hat. Der Jackpot sollte allerdings nicht zu oft gegeben werden, da er sonst an Bedeutung verliert. Achte auch darauf, dass eine Clickereinheit niemals mit einem Jackpot endet. Deine Katze lernt sonst mit der Zeit, dass der Jackpot das Ende des Clickertrainings andeutet und führt die Übungen eventuell nicht mehr ordentlich aus. Zudem hat sie auch nicht mehr die Möglichkeit, die Übung zu festigen. Wiederhole den Trick nach dem Jackpot noch 1-2x und beende dann euer Training.
  • Weniger ist mehr. Clickere lieber nur fünf Minuten pro Session und dafür 2-3x am Tag. Auch für Deine Katze ist das Clickern anstrengend, da sie sich konzentrieren muss. Und wenn Deine Fellnase mal keine Lust hat, ist das völlig in Ordnung und sollte nicht erzwungen werden.
  • Mache Dir vorab einen Plan. Du solltest niemals unvorbereitet in das Clickertraining mit Deiner Katze gehen, sondern vorab einen Plan zur Hand haben. Überlege Dir daher, welche Übung oder Übungen Du machen möchtest und was Dein Plan B ist, wenn es nicht so klappt wie es sollte. Wenn die neue Übung zum Beispiel überhaupt nicht gut läuft, dann wechsle lieber zu bekannten Übungen, die Deine Katze schon gelernt hat. Das Clickertraining soll niemals frustrieren, sondern immer mit einem positiven Gefühl enden. Überlege Dir dann vor dem nächsten Training, was man besser machen könnte. Ein Trainingstagebuch kann sehr hilfreich sein, wo man die einzelnen Schritte aufschreibt, die Deine Katze schon gelernt hat. So sieht man auf einem Blick, an welcher Stelle es gerade Probleme gibt.


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Welche Tricks kannst Du Deiner Katze beibringen

Im Endeffekt kannst Du Deiner Mieze fast alles beibringen. Die typischen Anfängerübungen sind Nasentarget, Männchen, Sitz oder Pfote geben. Wenn Deine Katze das Nasentarget gut beherrscht und sie dem Target folgt, kann man tolle sportliche Übungen einbauen wie Slalom, Hürdenlauf oder Sprung durch einen Reifen oder Sprung auf einen Stuhl. Diese Übungen haben den positiven Nebeneffekt, dass sich Deine Katze zusätzlich körperlich auspowern kann. Wichtige Übungen für den Alltag sind zum Beispiel Transportboxtraining, Zahnkontrolle, Fellpflege (falls das Bürsten zum Kampf wird) oder Medikamente mit einer Spritze geben. Im Folgenden findest Du Anleitungen zum Nasentarget, Männchen und Transportboxtraining.

Clickertraining Anleitung: Nasentarget

Für Clickertraining-Anfänger ist das Nasentarget eine sehr schöne Übung, um direkt starten zu können und den Clicker zu konditionieren.

  • Setze dich vor deine Katze auf den Boden.
  • Halte deine Zeigefinger oder einen Targetstab mit Kugel kurz vor die Nase, so dass sich Deine Katze noch zum Finger bewegen muss.
  • Berührt deine Katze Deinen Finger mit ihrer Nase, clicke und gebe ihr direkt ein Leckerli.
  • Wiederhole diese Übung noch circa fünfmal und variiere dabei die Richtung mit dem Finger, indem Du zum Beispiel den Finger einmal mehr nach rechts führst, so dass sich Deine Katze in diese Richtung wenden muss.
  • Statt der Richtung kannst Du auch die Entfernung variieren, indem Du den Finger nicht mehr ganz so nah vor die Nase hebst, sondern etwas Distanz zwischen Finger und Nase schaffst und Deine Katze dem Finger oder Target Stab folgen muss.
  • Wunderbar, die erste Übung ist geschafft und der Clicker wurde zudem positiv konditioniert!

Clickertraining Anleitung: Männchen

Nachdem Du die Anleitung Nasentarget mit Deiner Fellnase geübt hast, kannst Du mit ihr den nächsten Trick üben. Hierfür bietet sich das Männchen an, was Du bestimmt schon einmal beim Hund gesehen hast. Ziel ist es, dass Deine Katze den Körper aufrichtet und auf den Hinterpfoten sitzen bleibt.

  • Setze Dich vor Deine Katze auf den Boden.
  • Halte den Finger oder Target Stab so über den Kopf Deiner Katze, dass sie sich etwas aufrichten muss. Clicke direkt das Aufrichten, den Feinschliff kannst Du später machen.
  • Wiederhole die Übung noch ein paarmal und versuche dabei, die richtige Höhe für das Männchen zu ermitteln, so dass sich deine Katze bequem aufrichten kann ohne aufstehen zu müssen.
  • Falls Deine Katze mit der Pfote an den Stab geht, wird dies nicht belohnt. Senkt sie die Pfote wieder und ist sie dabei noch leicht aufgerichtet, clicke und belohne. So vermittelst Du ihr, dass das Anheben der Pfote nicht die gewünschte Übung ist.
  • Wiederhole dies so oft, bis die Pfote nicht mehr verwendet wird.
  • Fange nun damit an, den Target Stab etwas höher über den Kopf Deiner Katze zu positionieren, damit sie sich weiter aufrichten muss und mit der Nase dem Target folgen kann. Falls Deine Katze die Clickerübung richtig ausführt, gibst Du ihr den Jackpot. Denke daran, die Übung dann noch 1-2x zu wiederholen, bevor Du das Clickertraining beendest.

Tipp: Es ist nicht wichtig, dass Deine Katze den Target Stab mit der Nase berührt. Generell ist es zu schwierig, jedes Mal die richtige Höhe zu ermitteln. Konzentriere Dich stattdessen darauf, dass sie die Aufrichtung des Körpers schön ausführt und sitzen bleibt und nicht mit den Pfoten nach dem Target Stab schlägt.

Clickertraining Anleitung: Transportboxtraining

Eventuell kennst Du folgendes Szenario schon. Ihr müsst zum Tierarzt und Deine Katze riecht den Braten und weigert sich, in die Transportbox zu gehen. Sie hat die Box von vorherigen Besuchen beim Tierarzt negativ verknüpft und weiß daher genau, was passiert, wenn sie dort rein soll. Mit Clickertraining kannst Du Deiner Katze die Transportbox wieder schmackhaft machen.

  • Beginne damit, indem Du die Box an einen neuen Platz stellst und sie mit einer Decke gemütlich einrichtest. Optimal ist das Wohnzimmer, wo man sich oft aufhält und wo eine entspannte Atmosphäre herrscht.
  • Halte den Clicker und Leckerlis in der Hosentasche griffbereit, damit jede Interaktion und jedes Erkunden direkt belohnt werden kann wie zum Beispiel schnüffeln an der Box, reiben, etc.
  • Falls sich Deine Katze von selbst in die Transportbox legt, bekommt sie einen Jackpot. Gehe danach Deinen Aktivitäten nach, damit Deine Samtpfote in der Box entspannen kann.
  • Wichtig: Lege niemals eine Futterspur in die Box! Deine Katze folgt der Spur und kann gegebenenfalls erschrecken, wenn sie merkt wo sie gelandet ist. Das schädigt das Vertrauen in eure Beziehung.
  • Jedes längere Verweilen in der Box wird mit Leckerlies belohnt, indem öfters geclickt wird. Deine Katze merkt dann, dass es sich lohnt, wenn sie länger in der Box bleibt.
  • Wenn Deine Katze öfters entspannt in der Transportbox liegt, kannst Du mit der nächsten Übung starten, indem Du die Tür schließt. Gehe dabei langsam vor und schließe die Tür nur halb und belohne direkt. Deine Katze soll in einer entspannten Haltung bleiben und die Box nicht verlassen, deshalb wird dieser Schritt über mehrere Tage geübt. Ist die Tür komplett geschlossen, wird das längere Verweilen in der Box geübt. Auch diese Übung wird über einen längeren Zeitraum geübt, jede Katze hat ihr eigenes Tempo.
  • Deine Katze liegt in der Box und die Türe ist geschlossen? Dann übst Du das Anheben der Box. Toll ist es, wenn Du hierzu ein Wort aussuchst, um Deine Katze auf das Anheben vorzubereiten. Ein Beispiel hierfür wäre „Hoch“ sagen, Box einen Zentimeter anheben und direkt clicken, absetzen und belohnen. Selbstverständlich wird auch dieser Schritt mehrmals über einen längeren Zeitraum geübt, bis sie keine Angst mehr beim Hochheben hat.
  • Als Abschluss läufst Du mit Deiner Katze in der Box in der Wohnung herum und belohnst auch diesen Schritt. Ihr könnt von jetzt an entspannt zum Tierarzt gehen.

Tipp: Die positiven Erlebnisse sollten auch in Zukunft mit der Transportbox überwiegen und müssen nach einem Tierarztbesuch wieder aufgefrischt werden. Lasse die Box weiterhin draußen stehen, damit Deine Katze sich jederzeit reinlegen kann.

Du kennst jetzt die wichtigsten Basics des Clickertrainings und hast ein paar Anleitungen an die Hand bekommen. Dem gemeinsamen Clickertraining mit Deiner Katze steht nichts mehr im Wege und wir wünschen euch ganz viel Spaß!

Gastbeitrag von zertifizierter Tierpsychologin Patricia Heissenberger.